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von Alois Vogl , 01.12.2005 - 08:38 Uhr



Endlich liegt auch für uns Slalomspezialisten der erste Weltcupstart, der in Beaver Creek (Colorado/USA) ausgetragen wird, in greifbarer Nähe. Ich muss auch ganz klar für mich sagen, dass es Zeit wird. Ich bin richtig ‚heiß’ auf den Wettkampf und merke jetzt auch, dass das Kribbeln langsam kommt - typisch Lampenfieber. Ich werte das als gutes Zeichen für Sonntag.

Schwierige Bedingungen in Colorado
Allerdings werden wir derzeit in den Rockies mächtig abgekühlt. Bei Temperaturen von minus 20 bis minus 30 Grad ist das Training in Colorado wahrlich kein Zuckerschlecken. Da ist man morgens am Hang ganz schön schnell wach. Dennoch haben wir bereits gut trainieren können. Die Zeitumstellung habe ich mittlerweile einigermaßen verdaut und so langsam kommt auch das Gefühl für den Schnee, der hier ganz anders ist, als wir es in Europa gewohnt sind. Gerade daher braucht man hier viele Übungsfahrten, denn wir haben es mit einem wesentlich trockeneren und agressiveren Schnee zu tun, als es in den Alpen der Fall ist. Der Teufel liegt eben im Detail, und genau darauf kommt es im Slalom an.

Leichte Verletzung nach Trainingssturz
Einen ersten Rückschlag habe ich nach einer ordentlichen Vorbereitung hier leider auch schon wegstecken müssen. Ich muss die Folgen eines Trainingssturzes verkraften. Natürlich ist jeder Sturz überflüssig, doch ich muss auch im Training Gas geben. Damit steigt halt auch das Sturzrisiko. Jedenfalls habe ich mir eine leichte Zerrung im Oberschenkel eingefangen. Das ist ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern.

Start beim NorAm-Cup
Trotzdem nehme ich in den kommenden Tagen die Slalomrennen des NorAm-Cups, quasi der Europacup der Amerikaner, zur letzten Vorbereitung unter Wettkampfbedingungen auf den Weltcupstart mit. Das machen aber auch die meisten Konkurrenten. Daher ist die Besetzung dort in Keystone schon fast auf Weltcupniveau.

Leistungsstand noch ungewiss
Ein wenig könnte uns Slalomspezialisten in Richtung Rennen am Sonntag in die Karten spielen, dass die Allrounder wie Raich, Miller und der neue Weltcupführende Aksel Lund Svindal in Beaver Creek bis dahin schon eine Abfahrt, einen Super-G und einen Riesenslalom in den Knochen haben. Das ist ein Programm wie bei einer Mini-WM. Vielleicht ist die geistige und körperliche Frische daher auf unserer Seite. Und eine gute Startnummer habe ich ja auch dank der guten letzten Saison in jedem Fall sicher. Allerdings fehlt es mir als Disziplinenfahrer im Gegensatz zu den Allroundern noch an jeglicher Wettkampfpraxis. So fährt die Ungewissheit über den eigenen Leistungsstand am Sonntag mit.

Slalom in Beaver Creek nicht einfach
Und genau deshalb ist der Slalom in Beaver Creek immer ein ganz spezielles Rennen, da es der erste Slalom der Saison ist und keiner genau weiß, wo er steht. Und zusätzlich ist Beaver Creek nicht gerade etwas für ‚Einsteiger in die Materie’. Im oberen Teil ist der Hang ziemlich steil, dann geht es kopiert - also wellig - weiter. Der untere Streckenabschnitt ist dann nicht ganz so schwierig. Insgesamt ist der Slalom von Beaver Creek aber nicht einfach, da dort auf aggressivem Kunstschnee gefahren wird. Das macht es schwer, dort zu fahren. Fehler verzeiht dieser Schnee nicht. Ich habe aber auch nicht vor, welche zu machen. Passt schon!

Drückt mir die Daumen für einen guten Saisonauftakt

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