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von Alois Vogl , 19.01.2006 - 13:35 Uhr



Jedenfalls sind das Rennen in Kitzbühel am Sonntag und der Nachtslalom in Schladming am Dienstag in jedem Weltcupwinter für uns Sportler großartige Ereignisse, denn dorthin kommen die meisten Zuschauer und die machen richtig Stimmung und Radau. Ich mag diese spezielle Atmosphäre, mich motiviert das ungemein.

Schweiz eine Reise wert
Nach den beiden letzten Rennen in der Schweiz habe ich eh gut lachen, denn die Schweiz war für mich auch in diesem Winter eine Reise wert und scheint ein gutes Pflaster für mich zu sein. In den letzten zwei Jahren habe ich mir dort eine ansprechende Bilanz ‚zusamengefahren’. Nach einem zweiten Platz und dem Sieg im Vorjahr, kamen jetzt in Adelboden und Wengen ein neunter Rang und der dritte Platz hinzu. Aber keine Angst, ich werde deshalb kein Eidgenosse - das ist mir dann doch zu weit weg von daheim.

Verspüre keinen Druck mehr
Doch nun habe ich wieder das Selbstvertrauen in meine eigene Leistungsfähigkeit, was gerade im Slalom so wichtig ist. Der Druck ist weg, wobei ich nicht die Olympia-Qualifikation meine, die ich jetzt in der Tasche habe. Es ging mir immer um die eigene Form, und die stimmt jetzt.

Mut zum Risiko
Deshalb werde ich in Kitzbühel und Schladming mit Mut zum Risiko noch ein 'Schäufelchen' draufpacken. Ein solches Vorhaben bleibt aber im Slalom immer eine Gratwanderung. Ich besichtige die einzelnen Kurssetzungen stets sehr intensiv und eigentlich - so glaube ich - auch recht gut. In manchen Passagen nehme ich mir dann den Angriff vor und an anderen Stellen muss es auch einmal mit Köpfchen und Augenmaß zugehen. An diese Renntaktik halte ich mich konsequent während der Durchgänge. Wem da nämlich ‚die Pferde durchgehen’, der scheidet im Weltcup meistens aus. Diese Erfahrungen muss halt jeder Athlet selber für sich machen.

Hang in Kitzbühel immer buckelig
Mit meinem Teamkollegen Felix Neureuther tausche ich mich natürlich immer intensiv über die Kurssetzungen aus. Schließlich sind Kitzbühel und Schladming von jeweils ganz eigenem Streckencharakter. Der Hang in ‚Kitz’ ist nicht besonders steil, aber dennoch schwierig, weil es dort viele Übergänge gibt und die Piste sehr unruhig ist. Der Hang ‚hängt’ nach allen Seiten und eine Eigenart von Kitzbühel ist, dass es wegen der besonderen Aufbereitung dort immer buckelig ist. Eine sehr gefährliche Mischung.

Ziehe eisige Pisten vor
Da gefällt mir die meist ‚sau’-glatte und eisige Piste in Schladming gleich viel mehr, denn ich mag eisige Bedingungen. Dort kann ich meine Technik und mein super Material voll ausspielen. Das Flutlicht verleiht Schladming zudem ein ganz eigenes Flair - herrlich. Aber ich warne gerne vor dem Mittelteil - der ist brutal steil.

Neureuther extrem schnell zwischen den Stangen
Ab Sonntag zählt es für uns also wieder. Ich bin mir sicher, dass auch Felix vorne mitfahren kann. Im Training ist er absolut spitze. Kaum ein Fahrer im Weltcup ist so extrem schnell zwischen den Stangen. Er hat das Potenzial zu Siegläufen. Er muss nur locker bleiben, aber wem sage ich das. Wenn es so leicht wäre, dann wüde ich das auch bei jedem Rennen so umsetzen.

Drückt uns die Daumen

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